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Leichtbauoffensive OWL startet durch:

Lemgo - 17.06.2010 | Erstes internationales Möbelleichtbau-Symposium in Lemgo

Es war eine durchweg gelungene Auftaktveranstaltung: Über 260 interessierte Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik und Medien trafen sich auf Einladung der „Leichtbauoffensive OWL“ am 10. und 11. Juni zum ersten internationalen Möbelleichtbau-Symposium in Lemgo. Die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben eröffnete die Veranstaltung mit einer engagierten Rede im Audimax der Hochschule Ostwestfalen-Lippe. Insgesamt 26 nationale und internationale Experten der unterschiedlichsten Fachgebiete präsentierten den zahlreichen Zuhörern die neuesten Konzepte und Entwicklungen aus Forschung und Praxis.

„Sich für Leichtbau zu engagieren bedeutet, Zukunftspotenziale nutzbar machen – nicht nur im industriellen Möbelbau.“ so lautet das Credo von Projektleiter Prof. Martin Stosch und seinem Team. Die Offensive des im Frühjahr gestarteten Förderprojekts „Leichtbauoffensive OWL“ widmet sich fachübergreifend der Entwicklung und Förderung von intelligenten Leichtbaulösungen im Möbelbau. Ziel ist es, ein starkes Kooperations-Netzwerk zwischen Industrie und Forschung aufzubauen, die Idee der
Leichtbaukonstruktion in der Praxis erfolgreich weiter zu entwickeln und einen deutlichen Wettbewerbsvorsprung für die heimische Möbelindustrie zu erreichen – auch über die Grenzen von Ostwestfalen-Lippe hinaus.

Geballte Leichtbaukompetenz im Möbelcluster

Leichtbau bietet überzeugende Vorteile: Die Rohstoff- und Logistikkosten sinken, während die Energieeffizienz in der Produktion steigt. Dies wird in Fernost und anderen Branchen wie der Luft- und Raumfahrt schon lange praktisch umgesetzt. Dass die Leichtbauidee nun auch in der deutschen Möbel- und Möbelzulieferindustrie auf wachsendes Interesse stößt, beweist die deutlich zunehmende Kooperationsbereitschaft der Unternehmen. Die Interessengemeinschaft Leichtbau e.V., Lemgo/Herford (igeL) zählt derzeit bereits mehr als 80 Mitgliedsunternehmen. Stosch: „Wir arbeiten daran, dass sich noch mehr Möbelhersteller aktiv am Leichtbau-Netzwerk beteiligen. Bereits jetzt engagieren sich einige harte Wettbewerber gemeinsam und überregional. Immer mehr setzt sich in der Branche die Erkenntnis durch, dass alle zusammen arbeiten müssen, um auch in Zukunft erfolgreich im Geschäft zu bleiben und nicht von der internationalen Entwicklung abgehängt zu werden.“

Ergänzend dazu Wirtschaftsministerin Christa Thoben: „Der Leichtbau ist ein vielversprechender Ansatz in der Industrie, auch der Möbelindustrie, um den globalen Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, Ressourcen zu schonen und Märkte von morgen zu gewinnen.“

Prof. Tilmann Fischer, der Präsident der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, sieht in dem Symposium „ein außerordentlich gelungenes Beispiel des Technologietransfers in der Region“. Fischer: „Unsere Lehrenden in der Holztechnik zeigen, dass Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam Ziele definieren und umsetzen können.“

Möbelbranche nur im Netzwerk stark

Dr. Lucas Heumann, Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft Leichtbau e.V. (igeL), unterstreicht vor dem Hintergrund der Globalisierung die besondere Bedeutung von effizienten Netzwerken für die
Möbelindustrie: „In den kommenden Jahren wird die Innovationsfähigkeit über die Überlebensfähigkeit der Branche entscheiden. Dies ist nur im Netzwerk zwischen Hochschule und Industrie zu leisten. Gerade die kleinen und mittelständischen Möbelunternehmen können von den Hochschulen als kompetente Partner profitieren.“ Um den Leichtbau serienfähig zu machen, sei die Industrie nun dringend auf ein System der Kategorisierung und Normung angewiesen. „Unser Ziel ist es, dass Leichtbauelemente ohne großen bürokratischen Aufwand eingesetzt werden können“, so Heumann. „Die deutsche Wirtschaft muss in diesem Feld die Führungsrolle übernehmen. Wer hier der Erste ist, bestimmt die Richtung im globalen Wettbewerb. Daher ist die Normungsarbeit ein zentraler Projektbaustein der Leichtbauoffensive OWL.“

Förderung des Projekts „Leichtbauoffensive OWL“

„Die Betriebe müssen sich für die Entwicklungen im Möbelsektor nachhaltig fit machen. Hier gibt es noch viel Strukturarbeit zu leisten“, betont Torben Hellmann, Projektleiter der Leichtbauoffensive OWL. „Der schrittweise Umbruch von der konventionellen, eher ‚handwerklich’ geprägten Möbelkonstruktion zum Ingenieur-Möbelbau mit Leichtbaukonstruktion, neuen Werkstoffen und technischen Prozessen zeigt überdeutlich den steigenden Bedarf an hochqualifizierten Mitarbeitern in allen Branchenteilen.“

Wirtschaftsministerin Christa Thoben: „Wir fördern das Projekt ‚Leichtbauoffensive OWL’ mit Landes- und EU-Mitteln in Höhe von rund 632 T €. Damit stärken wir die Zusammenarbeit von Hochschule und Möbelindustrie sowie den Möbelcluster in Ostwestfalen-Lippe.“ Das restliche Drittel der Projektmittel stammt von verschiedenen Innovationsträgern der Branche selbst.

Dr. Hannes Frank, Aufsichtsrat der Jowat AG Detmold und igeLVorstandsmitglied, sieht in diesen Mitteln eine effektive „Anschubfinanzierung“, um die deutschen Möbelhersteller für den Leichtbau als Zukunftstechnologie zu begeistern.

„Hanfbike“ und „HighTech-Origami“ – Von anderen Branchen lernen

Von leichten Werkstoffen über die Verarbeitungstechnik bis zum Design reichten die Berichte und Ausblicke der Referenten aus Forschung und Industriepraxis. Das Symposium bot ebenso Raum zur Inspiration und zum Ideenaustausch. So konnten sich die Teilnehmer von Leichtbaulösungen benachbarter Branchen und Technologiefelder fernab des Möbelbaus inspirieren lassen. Von der Hochbaukonstruktion über die Luftfahrt bis zum Caravan- oder Yachtbau war der thematische Bogen gespannt. Ob naturfaserverstärkte Konstruktionen wie das „Hanfbike“ oder hoch belastbare, frei formbare Faltkern-Technologien als „HighTech-Origami“ für den Flugzeugbau – nationale und internationale Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft gaben in Impulsvorträgen spannende Einblicke in ihre Ideen, Konzepte und bereits realisierte Anwendungen. Ergänzt wurde das Fachprogramm durch eine begleitende Fachausstellung mit 20 teilnehmenden Unternehmen sowie eine Abendveranstaltung im Westfälischen Freilichtmuseum in Detmold. An den beiden Veranstaltungstagen wurden insgesamt 26 hochkarätige Fachvorträge präsentiert.

Zweites Symposium im Mai 2012!

In zwei Jahren wird sich die Branche im Rahmen eines weiteren Symposiums über die Fortschritte der Leichtbauoffensive OWL informieren können. Nach dem ersten Möbelleichtbau-Symposium zieht Projektleiter Martin Stosch eine positive Bilanz: „Wir haben insgesamt sehr viel Lob von den Teilnehmern bekommen. Die kreative Stimmung an den beiden Tagen hat uns außerordentlich ermutigt, dass der Leichtbau-Funke innerhalb der Möbelbranche weiter überspringt. Wir können viel bewegen!“

Bereits im Herbst steht der nächste Termin der „Leichtbauoffensive OWL on Tour“ an: Dann wird die Firma Hunger Möbelproduktions GmbH in Bünde/NRW allen interessierten Branchenteilnehmern einen Einblick in ihre Leichtbaufertigung geben. Das genaue Datum wird rechtzeitig bekannt gegeben.

http://www.igel-ev.net/de/leichtbauoffensive_owl/

  • Pressemitteilung

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