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Umsätze der deutschen Küchenmöbelindustrie wachsen im 1. Quartal 2012

Herford - 29.05.2012 | Abschwächungstendenzen im Ausland deutlich erkennbar

Eine gemischte Bilanz zieht der Verband der Deutschen Küchenmöbelindustrie e.V. (VdDK), Herford, bei Vorlage der statistischen Zahlen zum 1. Quartal 2012. Während die realisierten Umsätze sowohl im Inlands- als auch im Auslandsgeschäft gewachsen sind, zeigen sich aus der Auftragsstatistik deutliche Abschwächungen der Konjunktur. Dies gilt besonders für das Auslandsgeschäft, bei dem die Auftragseingänge im 1. Quartal faktisch stagnierten.

Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die deutsche Küchenmöbelindustrie im 1. Quartal 2012 um 9,38% gewachsen. Nach Ansicht des VdDK spiegelt diese Zahl allerdings nicht die tatsächliche Entwicklung der Branche wider. Hauptgeschäftsführer Dr. Lucas Heumann: „Das über 9%ige Umsatzwachstum der Küchenmöbelindustrie im 1. Quartal resultiert im Wesentlichen aus überdurchschnittlichen Ergebnissen im Januar und Februar. Bereits der März hat sich mit einem Zuwachs von lediglich 4,75% deutlich abgekühlt.“

Umsatzwachstum im Inland schwächelt

Die Einschätzung einer sich abschwächenden Konjunktur bestätigt sich auch bei einer differenzierten Betrachtung von Inlands- und Auslandsgeschäft. Das Binnengeschäft hat sich bis einschließlich März zwar positiv entwickelt, allerdings mit deutlichen Zeichen einer Abschwächung. Im Januar und Februar lag das Umsatzwachstum im In-land im zweistelligen Bereich, im März dann bei nur 7,5%. Den stärksten Einbruch gab es im Auslandsgeschäft. Während im Januar und Februar auch hier Zuwächse festzustellen waren, gingen die Umsätze der deutschen Küchenmöbelindustrie im Ausland im März sogar um 0,23% zurück.

„Dieses Bild bestätigt sich ebenfalls bei Betrachtung der Auftragsstatistik“, so Dr. Heumann weiter. „Die Auftragseingänge im 1. Quartal lagen deutlich unter der Entwicklung der Umsätze. Hier lag der Zuwachs lediglich bei 3,1%, also knapp über der Inflationsrate. Erfahrungsgemäß spiegeln sich Tendenzen in den Auftragseingängen mit einer Verzögerung von 1 bis 2 Monaten in der Umsatzstatistik wider. Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind im gesamten 1. Quartal mit +0,6% faktisch stagnierend. Auch bei den Auftragseingängen ist die Entwicklung innerhalb des 1. Quartals mit fortlaufender Zeit negativ.“

Vertrauen in deutsche und österreichische Verbraucher

Der VdDK zieht daraus den Schluss, dass die Konjunktur Zeichen der Schwäche zu zeigen beginnt. Dies gilt insbesondere für das Auslandsgeschäft. Nach Auffassung des Verbandes liegt die Ursache im Wesentlichen auf Rezessionserscheinungen in vielen Euro-Staaten im Zuge der europäischen Schuldenkrise. Psychologische Faktoren, haushaltssanierende Maßnahmen der jeweiligen Regierungen einschließlich Steuererhöhungen und Kürzung staatlicher Leistungen führen zu einer zurückgehenden Anschaffungsneigung der Verbraucher.

Der Verband der Küchenmöbelindustrie weist darauf hin, dass nach Untersuchungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Nürnberg, innerhalb der Europäischen Union lediglich in der Bundesrepublik Deutschland und in Österreich gegenwärtig eine positive Anschaffungsneigung besteht. Der VdDK erwartet, dass das Inlandsgeschäft damit weiter wachsen wird, wenn auch im geringeren Umfang als im Jahr 2011.

Wichtig – so Dr. Heumann – ist für Unternehmen gerade in Zeiten abschwächender Konjunktur ein striktes Kostenmanagement. Kostensteigerungen etwa durch Materialpreiserhöhungen oder Tarifsteigerungen kann die Branche daher gerade jetzt nicht gebrauchen, wenn sie ihre nachhaltige Entwicklung nicht gefährden will.

Pressekontakt: PH Meyer


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