„Trotz des herausfordernden Umfelds infolge der Einfuhrzölle sehen wir für unsere Branche auf mittlere Sicht attraktive Wachstumsmöglichkeiten auf dem amerikanischen Markt“, stellte Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie, fest. „Besonders im projektgetriebenen Objektgeschäft können deutsche Hersteller mit ihrer Qualität, Designkompetenz und Nachhaltigkeit punkten“, ergänzte Alexander Oswald, Leiter Außenhandel der Möbelverbände. Gefragt sind einer Marktstudie der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer zufolge vor allem langlebige, designorientierte und nachhaltige Lösungen für Themen wie modulare Arbeitsplatzkonzepte, flexible Raumplanung, akustisch optimierte Möbel und zirkuläre Werkstoffe. Der Online-Anteil im Möbeleinkauf liegt der Studie zufolge bereits bei mehr als 30 Prozent. Entscheidend seien daher digitale Präsentationen, 3D-Daten und schnelle Lieferfähigkeit.
Mit einem Volumen von rund 190 Milliarden Dollar im Jahr 2025 stellen die Vereinigten Staaten den zweitgrößten Möbelmarkt der Welt (nach China) dar, so die Studie. Bis zum Jahr 2030 wird ein durchschnittliches jährliches Marktwachstum von etwa 3 bis 4 Prozent erwartet. Für die deutsche Möbelindustrie sind die USA der wichtigste Exportmarkt außerhalb Europas. Dabei gelten Chicago und New York als führende Metropolen für Design und Inneneinrichtung. Beide Regionen zeichnen sich durch hohe Kaufkraft, eine außergewöhnlich dichte Architekten- und Designerszene, zahlreiche Projektentwicklungen sowie eine hohe internationale Sichtbarkeit aus.
Nach einem Auftakttreffen in Chicago mit Einblicken in Marktabläufe folgten individuelle Geschäftsgespräche sowie eine Fachkonferenz mit Präsentationen der deutschen Unternehmen und intensiven Networking-Formaten. Ein Schwerpunkt lag auf dem Austausch mit relevanten Marktakteuren aus Architektur, Interior Design und Projektentwicklung, die im US-Markt eine zentrale Rolle spielen. Eine enge Zusammenarbeit mit ihnen sei daher ein zentraler Erfolgsfaktor, berichtete Jan-Felix Kederer, Projektleiter der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer Chicago. In New York wurde das Programm mit weiteren Besprechungen zur Marktlage, Konferenzen und individuellen Gesprächen fortgesetzt.