Neben dem stockenden Neubau mit den negativen Auswirkungen auf den Einrichtungsbedarf sehe sich die deutsche Küchenmöbelindustrie weiteren Herausforderungen gegenüber, stellte Verbandsgeschäftsführer Jan Kurth fest. So trübte sich das Konsumklima für Mai in Folge des Iran-Kriegs wieder deutlich ein. Die Inflationsängste der Verbraucherinnen und Verbraucher nehmen laut GfK spürbar zu. Zudem führten die höheren Energiepreise zu einer Verteuerung von diversen Vorprodukten für die Küchenmöbelproduktion, berichtete Kurth. Diese Kostensteigerungen setzten die Branche weiter unter Druck.
Die geopolitischen Spannungen und die handelspolitischen Unsicherheiten aufgrund der US-Zölle belasten die deutsche Wirtschaft, wie Jasmin Gröschl (Allianz SE) und Verena Kuthning (Allianz Trade) in einem Gastvortrag darlegten. In Folge der US-Zollpolitik befänden sich zudem die internationalen Lieferketten im Wandel.
Laut amtlicher Statistik erreichte der Umsatz der deutschen Küchenmöbelindustrie im vergangenen Jahr mit rund 5,6 Milliarden Euro annähernd das Vorjahresniveau (minus 0,4 Prozent). Der Umsatzsprung im Januar 2026 von 21 Prozent war nach VdDK-Einschätzung von statistischen Verzerrungen über den Jahreswechsel und dem schwachen Vorjahresniveau geprägt. Im Februar 2026 verzeichnete die Branche ein Umsatzplus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch wenn sich die Lage der Branche zuletzt stabilisiert habe, blieben mit den konjunkturellen, preislichen und geopolitischen Verwerfungen gewaltige Risiken für die Zukunft, stellte Kurth fest.